Rechnungslegung

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Häufige Fragen unserer Mitglieder im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie

Going Concern, Corona-Rückstellungen, Dividendenausschüttungen

Stand: 24. April 2020

Die Corona-Pandemie löst zahlreiche Fragen zu Aspekten der Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung sowie der Steuern betreffend aus. EXPERTsuisse verzeichnet in diesem Zusammenhang einen Anstieg von Fachfragen. Fragen von übergeordneter und breiter Relevanz, insbesondere Fragen betreffend die bundesrätlichen Notverordnungen, werden in unseren Fachkommissionen diskutiert und Entscheide im Rahmen unserer Mitglieder-Newsletter kommuniziert und umgehend auf unserer Fokusseite zur Corona-Pandemie bereitgestellt.

Anfänglich konzentrierten sich die Fragen auf Aspekte der Rechnungslegung, namentlich die Frage des Going concern, die Behandlung der Corona-Pandemie als Ereignis nach dem Bilanzstichtag sowie zur Möglichkeit von sogenannten Corona-Rückstellungen. Wir verweisen auf unsere diesbezüglichen Mitglieder-Newsletter vom 13. März und 23. März sowie unsere Fokusseite zur Corona-Pandemie. Aus Sicht der Abschlussprüfung stellen sich – insbesondere auch seit Inkrafttreten der Solidarbürgschaftsverordnung – vermehrt Fragen zur Gewinnverwendung. In unserer Information vom 27. März haben wir diskutiert, welche Auswirkungen allfällige Liquiditätsbeeinträchtigungen aufgrund des Lockdown auf geplante Dividendenausschüttungen haben können. Aufgrund der Solidarbürgschaftsverordnung ergeben sich weitere Restriktionen, insb. eine Ausschüttungssperre bei Inanspruchnahme von COVID-19-Krediten. Dies ist ein weiteres Feld von Anfragen unserer Mitglieder, wir haben daher dieses Thema mit Hochdruck bearbeitet, sehen Sie dazu die folgenden Beiträge.

Abbildung staatlicher Unterstützungsmassnahmen in Jahres- und Zwischenabschlüssen

COVID-19-Kredite, Arbeitgeberbeitragsreserven, Kurzarbeitsentschädigung

Stand: 24. April 2020

In kommenden Zwischen- oder Jahresabschlüssen ergeben sich zunehmend Fragen zur bilanziellen Behandlung von staatlichen Unterstützungsmassnahmen (Überbrückungskredite, Kurzarbeitsentschädigung). Hierzu hat unsere Kommission für Rechnungslegung eine erste Auslegeordnung gemacht. Danach gilt:

  • COVID-19-Kredite stellen (verzinsliche) Verbindlichkeiten gemäss Art. 959a Abs. 2 OR dar, die je nach beabsichtigter Rückzahlung als kurz- oder langfristig zu ihrem Nominalwert ausgewiesen werden. Die Darstellung in der Bilanz kann als separate Position oder zusammen mit anderen Finanzverbindlichkeiten in der entsprechenden Bilanzposition erfolgen. Unabhängig von der gewählten Darstellung in der Bilanz drängen sich im Anhang der Jahresrechnung weitere Angaben und Erläuterungen zum COVID-19-Kredit auf.

  • Die Verwendung von (nicht bilanzierten) Arbeitgeberbeitragsreserven reduziert den Bestand an stillen Reserven sowie den Personalaufwand im Umfang der erfolgten Inanspruchnahme. Alternativ kann auch der volle Personalaufwand verbucht und die Auflösung der Arbeitgeberbeitragsreserven als ausserordentlicher Ertrag ausgewiesen werden.

  • Kurzarbeitsentschädigungen sind dem Personalaufwand zuzurechnen und werden vielfach als Minderung des Personalaufwands dargestellt. Sie stellen insoweit keinen Ertrag dar. Wesentliche verrechnete Beträge sind im Anhang der Jahresrechnung nach Art. 959c Abs. 1 Ziff. 2 OR als Aufschlüsselung zu Positionen der Erfolgsrechnung offenzulegen.

Zusätzliche Wertberichtigung oder Rückstellungen prüfenswert

Update: Auswirkungen des Coronavirus auf die Rechnungslegung

Stand: 23. März 2020

Ungeachtet der Tatsache, dass die geschilderte Situation ein Ereignis nach dem Bilanzstichtag darstellt, ist es aufgrund der ausserordentlichen Situation mit mutmasslich starken finanziellen Auswirkungen für einzelne Unternehmen durchaus denkbar, im Rahmen der Möglichkeiten des Obligationenrechts zum Beispiel die Vornahme zusätzlicher Wertberichtigungen oder die Bildung von Rückstellungen als Instrumente zur Sicherung des dauernden Gedeihens des Unternehmens im Sinne von Art. 960a Abs. 4 OR sowie Art. 960e Abs. 3 Ziff. 4 OR zu prüfen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und ggf. fragliche Unternehmensfortführung

Stand: 13. März 2020

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus haben auch Folgen für die Rechnungslegung nach OR. Nach Auffassung von EXPERTsuisse handelt es sich beim Auftreten des Coronavirus als globale Gefahr zunächst um ein aus Optik des Jahresabschlusses per 31. Dezember 2019 nicht bilanzierungspflichtiges Ereignis. Jedoch ergeben sich ggf. Offenlegungspflichten im Anhang bzw. Lagebericht. Im Extremfall hat die Ausbreitung des Coronavirus ggf. eine so bedeutsame negative Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, dass die Going concern-Annahme in Frage gestellt ist.

Treten Sie mit uns in den Dialog

Coronavirus: Hinweis zu den Bildungsveranstaltungen

  • Die Ausbildungsveranstaltungen finden vollumfänglich digital statt und werden live gestreamt.
  • Ausgewählte Weiterbildungen, welche im Mai und Juni als Präsenzveranstaltungen geplant waren, werden als E-Weiterbildungen abgehalten.
  • Alle Sitzungen werden via Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt.