Berufsbild

Im beruflichen Alltag beschäftigen sich Steuerexperten mit Problemstellungen im Bereich der Einkommens- und Vermögenssteuern von natürlichen Personen, mit Gewinn- und Kapitalsteuern von Unternehmen, mit Steuern von natürlichen und juristischen Personen im interkantonalen und internationalen Verhältnis, aber auch mit allen indirekten Steuern, wie Mehrwertsteuer, Stempelabgaben usw.

Die Aufgabe des Steuerexperten in der Praxis beschränkt sich nicht nur auf die Lösung von steuerlichen Problemen. Die gestellten Anforderungen verlangen eine viel umfassendere Qualifikation. Steuerexperten müssen sich auch mit betriebswirtschaftlichen und juristischen Problemen auseinandersetzen. Eine optimale Steuerplanung erfordert Kenntnisse in allen wesentlichen betriebswirtschaftlichen Bereichen, wie z. B. der sachgerechten Finanzierung von Unternehmen, der Bewertung einzelner Aktiven in der Bilanz oder der Unternehmensbewertung. Im Rechnungswesen verfügt der Steuerexperte über ein fundiertes Wissen, muss er doch auch Konzernrechnungen verstehen und nachvollziehen können. Die Wahl der richtigen Rechtsform ist nicht nur bei der Gründung eines Unternehmens wesentlich, sondern auch für die laufende Besteuerung wichtig, insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung einer optimalen Nachfolgeregelung.

Neben den materiellen Steuerfragen hat sich der Steuerexperte auch mit verfahrensrechtlichen Problemen auseinanderzusetzen. Dazu sind juristische Kenntnisse ebenso erforderlich wie jene des öffentlichen Verwaltungsrechts wie auch Grundkenntnisse im Strafrecht und im SchKG.

Die optimale Steuerberatung, insbesondere im Bereich der Vorsorgeplanung, verlangt vom Steuerexperten überdies vertiefte Kenntnisse im Bereich des Sozialversicherungsrechts und der neuen Versicherungsprodukte.

Schliesslich erfordert die berufliche Tätigkeit von Steuerexperten ein vertieftes, anwendungsorientiertes Steuerwissen.

Wege zum «dipl. Steuerexperten»

Wer als Steuerexperte Karriere machen möchte, kommt an dem eidgenössischen Abschluss nicht vorbei. Erst wer die Diplomprüfung bestanden hat, kann sich den vielfältigen Anforderungen der Praxis stellen.

Durch die mit der Bologna-Reform verbundenen Umstellungen in der Ausbildung gibt es seit 2011 eine neue Prüfungsordnung (PO), welche die Ausbildung und Prüfung erleichtert und flexibler macht.

Zugelassen sind:

    • Personen mit Master-Abschluss und Doktorat – je nach Studienrichtung auch unter Anrechnung bereits erbrachter Lernleistungen
    • Bachelor-Absolventen
    • Personen mit Berufsabschluss und fachspezifischer Weiterbildung,
      z. B. Treuhänder mit eidg. Fachausweis oder Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen etc.
    • Personen mit Abschluss einer vom Bund anerkannten Fachhochschule, einer Höheren Fachschule für Wirtschaft oder einer gleichwertigen Ausbildung im In- oder Ausland (im letzteren Fall entscheidet die Prüfungskommission individuell)
    • Weitere Abschlüsse siehe PO Art. 3.3 im Kapitel «Zulassungsbedingungen »

Mit einem oben genannten Abschluss und einem Arbeitsvertrag im Gebiet der Steuern ist der Berufseinstieg in die zukunftsreiche Branche geschafft.

Anmeldeformulare und Studienausschreibung finden Sie unter: