Arbeitsrecht

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Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit

Informationen zu Lohnfortzahlung und Erwerbsersatzentschädigung

Stand: 03. April 2020

Die aktuelle Corona Pandemie stellt für viele Unternehmen eine grosse Herausforderung dar. Nicht nur für solche, die direkt von der behördlichen Schliessung (also öffentlich zugängliche Einrichtungen gemäss Art. 6 Abs. 2 der COVID-19-Verordnung 2) betroffen sind, sondern auch für viele andere Betriebe, die indirekt ebenfalls wesentliche finanzielle Umsatzeinbrüche erleiden.

Ob und inwiefern eine Lohnfortzahlungspflicht für Betriebe, die direkt von der behördlichen Schliessung (gemäss Art. 6 Abs. 2 der COVID-19-Verordnung 2) betroffen sind, in Kraft treten wird, ist umstritten. Die Pflicht zur Lohnfortzahlung hängt davon ab, ob die behördliche Schliessung in den Risikobereich des Arbeitgebers oder Arbeitnehmers fällt.

Betriebe, die aufgrund der Corona-Pandemie in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, können beim Kantonalen Arbeitsamt Kurzarbeit beantragen. Mit der Kurzarbeit sollen Arbeitslosigkeit verhindert und der Erhalt von Arbeitsplätzen sichergestellt werden. Die Arbeitslosenkasse übernimmt einen Teil der Lohnkosten. Weitere Informationen zur Kurzarbeit finden Sie im Fragen und Antworten-Katalog Kurzarbeit.

Weiter hat der Bundesrat entschieden, dass Eltern, Selbständigerwerbende und Personen in Quarantäne unter gewissen Umständen Anrecht auf eine Erwerbsersatzentschädigung infolge des Coronavirus haben. Schliesslich hat der Bundesrat auch beschlossen, dass die Arbeitgeber für die Bezahlung der BVG Beiträge vorübergehend die von Ihnen geäufneten Arbeitgeberreserven verwenden dürfen. Details hierzu und zu weiteren arbeitsrechtlichen Fragen finden Sie im Fragen und Antworten-Katalog Arbeitsrecht & Corona.

In unserem Fragen und Antworten-Katalog nehmen wir verschiedene arbeitsrechtliche Belange auf, die im Pandemiefall von hoher Relevanz sind. Diese Q&A werden laufend aktualisiert.

Stand: 23. März 2020

Im Folgenden klären wir über arbeitsrechtliche Belange auf, die im Pandemiefall von hoher Relevanz sind. Auf neu dazugekommen Fragen und Antworten wird in der Klammer mit Datum hingewiesen.

Erhöhte Informations-, Treue- und Fürsorgepflicht
1. Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmende verpflichten sich im Pandemiefall zu erhöhten, gegenseitigen Informations-, Treue- und Fürsorgepflichten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. (Zusatz vom 18.03.2020)
2. Der Arbeitgeber hat seine Mitarbeitenden zu beschützen, indem er ihnen die Gelegenheit bietet, notwendigen Hygienemassnahmen nachzugehen, die empfohlenen physischen Abstandsregeln einzuhalten und sicherstellt, dass sie stets über die aktuelle Lage wie auch über die getroffenen Schutzmassnahmen informiert sind. (Zusatz vom 18.03.2020)
Arbeitsstunden und Arbeitsleistung
3. Der Arbeitgeber kann Arbeitnehmende zu Mehrarbeit (=Überstunden) verpflichten, wenn dies durch die Umstände gerechtfertigt ist. Dabei ist die persönliche Situation, insbesondere bei Familienpflichten zu berücksichtigen. (Zusatz vom 18.03.2020)
4. Mit Einverständnis des Arbeitnehmenden kann der Arbeitgeber die Kompensation von Überstunden einfordern.
5. Im Einverständnis mit dem kantonalen Arbeitsamt und dem Arbeitnehmenden kann der Arbeitgeber Kurzarbeit verordnen. Die Arbeitslosenkasse übernimmt einen Teil der Lohnkosten. Ausführliche Informationen zur Kurzarbeit findet man auf der Webseite des Seco.
Ferienbezug
6. Unter Berücksichtigung der Wünsche/Bedürfnisse des Arbeitnehmers darf der Arbeitgeber grundsätzlich den Zeitpunkt der Ferien bestimmen. Aufgrund von dringlichen, wirtschaftlichen Notlagen darf der Arbeitgeber Ferien mit einer Vorlauffrist von drei Monaten ankündigen.
Home-Office
7.  Grundsätzlich ist die Arbeit (und auch die Durchführung von Sitzungen, Kurse, Workshops etc.) vor Ort weiterhin zulässig. (Zusatz vom 18.03.2020)
8.  Arbeitnehmer haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Home-Office, es sei denn, sie sind Teil der besonders gefährdeten Personengruppe.
9.  Der Arbeitgeber hat das Recht Home-Office anzuordnen, muss aber die notwendigen Arbeitsutensilien zur Verfügung stellen.
Aufsichtspflichten
10. Arbeitnehmende dürfen, um ihrer elterlichen Aufsichtspflicht nachzukommen, zu Hause bleiben. Der Arbeitgeber hat während eines beschränkten Zeitraumes den Lohn gestützt weiter zu entrichten. (Zusatz vom 18.03.2020)
Empfehlung Erstellung Pandemieplan
11. Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt allen Betrieben (auch KMUs), eine Pandemieplanung zu erstellen. Eine Hinleitung finden Sie hier. (Zusatz vom 18.03.2020)

Umgang mit Kurzarbeit

Zustimmung des kantonalen Arbeitsamtes notwendig

Stand: 23. März 2020

Für viele Betriebe stellt sich derzeit die Frage, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen Kurzarbeit möglich ist. Kurzarbeit hilft Unternehmen, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vorübergehende Auftragseinbrüche zu überbrücken. Kurzarbeit bedeutet die durch den Arbeitgeber im Einverständnis mit den betroffenen Arbeitnehmenden angeordnete, vorübergehende Reduktion der vertraglichen Arbeitszeit, wobei die arbeitsrechtliche Vertragsbeziehung aufrecht erhalten bleibt.

Mit der Kurzarbeit sollen Arbeitslosigkeit verhindert und der Erhalt von Arbeitsplätzen sichergestellt werden. Für die Anordnung von Kurzarbeit muss zudem das kantonale Arbeitsamt seine Zustimmung geben. Dann kann das Unternehmen einen Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung bei der Arbeitslosenkasse einreichen. Die Arbeitslosenkasse übernimmt einen Teil der Lohnkosten. Ausführliche Informationen zur Kurzarbeit findet man auf der Webseite des Seco.

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Coronavirus: Hinweis zu den Bildungsveranstaltungen

  • Die Ausbildungsveranstaltungen finden vollumfänglich digital statt und werden live gestreamt.
  • Ausgewählte Weiterbildungen, welche im Mai und Juni als Präsenzveranstaltungen geplant waren, werden als E-Weiterbildungen abgehalten.
  • Alle Sitzungen werden via Video- oder Telefonkonferenz durchgeführt.